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Artillerie-Werk Furkels-Furggels

Das Artillerie-Werk Furkels oder Furggels, Armeebezeichnung A6355, liegt auf dem St. Margretenberg (Pfäffers) bei Bad Ragaz in der Schweiz.



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Die Festung Furggels in der Nähe von Pfäfers im Kanton St.Gallen lockt bald mit Führungen und Events aller Art. Spätestens im Juli soll die unterirdische ehemalige Militäranlage für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Der neue Besitzer Lothar Bichsel erfüllt sich mit dem Kauf der Festung einen Jugendtraum. Im Betrieb wird er von ehrenamtlichen Helfern unterstützt.


Festung Furggels GmbH


Festung Furggels GmbH
St. Margarethenstrasse
7312 Pfäfers

E-Mail:                info@festung-furggels.ch

Webseite:           http://www.festung-furggels.ch

Tel:        +41 81 250 04 04 
Fax:       +41 81 302 22 86 


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Besichtigung 02. April 2010 mit Werkmeister René Julmy

Elsbeth und ich hatten das vergnügen das Artillerie-Werk Furkels zu besichtigen. Mit dem Fachkundigen Werkmeister René Julmy und seiner Frau Susi sind wir 21/2 Stunden durch das sehr interessante Labyrinth spaziert.

Einen ganzen Stollenrundgang ist ca. 7,5 Km



Erbaut wurde dieses Werk ab dem November 1939 mit einer Bewaffnung von zwei 10,5-cm-Turmkanonen 39. Diese Türme waren im Juli 1940 schussbereit. 1941 kamen noch mal zwei 10,5-cm-Turmkanonen (Panzerturm) hinzu. Diese waren im Mai 1942 schussbereit. In einer dritten Etappe wurden in Furkels ab dem Januar 1945 noch vier 15-cm-Bunker Kanonen eingebaut. Diese Kasematten waren in den Jahren 1946 bis 1947 schussbereit. Mit dieser Bewaffnung gehörte das Artillerie-Werk zu den grössten Werken, welche in der Schweiz erbaut wurden.


Neue Besitzer des Artilleriewerk Furkels

Am 1. März 2010 ist das Artilleriewerk Furkels verkauft worden an die neuen Besitzer „Festung Furggels GmbH“

Herr Lothar Bichsel und seine Helfer – an vorderster Front sein gleichnamiger Sohn sowie Werkmeister René Julmy, dazu zahlreiche Personen aus der Gemeinde Pfäfers und der Region – arbeiten ehrenamtlich. 

Die Käufer sind bestrebt, das Werk als natürlichen, unveränderten Zeitzeugen zu erhalten, Führungen und Events sollen die Betriebskosten decken; zusätzlich ist die Drittvermietung einzelner Räume geplant.


Haupteingang der Festung, der mit Lastwagen befahren werden kann.



Geschichte

Erbaut wurde dieses Werk ab dem November 1939 mit einer Bewaffnung von zwei 10,5-cm-Turmkanonen 39. Diese Türme waren im Juli 1940 schussbereit. 1941 kamen noch mal zwei 10,5-cm-Turmkanonen (Panzerturm) hinzu. Diese waren im Mai 1942 schussbereit. In einer dritten Etappe wurden in Furkels ab dem Januar 1945 noch vier 15-cm-Bunker Kanonen eingebaut. Diese Kasematten waren in den Jahren 1946 bis 1947 schussbereit. Mit dieser Bewaffnung gehörte das Artillerie-Werk zu den grössten Werken, welche in der Schweiz erbaut wurden.




Allgemeines

Die Festung Furkels war mit ihrer Infrastruktur auf einen ziemlich grossen Bestand an Werkbesatzung angewiesen. Die Hauptaufgabe des Werkes war die Unterstützung der Abschnittstruppen mit Artilleriefeuer. Damit aber die Geschütze schiessen konnten, war im rückwärtigen Bereich eine relativ grosse Logistik vonnöten. Es handelt sich hierbei um Funktionen wie Werkschutz, Versorgung, Sanität und Infanterie. Dieser Bestand für den Betrieb der Festung bedeutete eine Mannschaft von 420 Mann. Dieser Bestand setzt sich wie folgt zusammen:

350 Mann Werkbesatzung

70 Mann Festungsinfanterie 

Dieser Bestand an Werkbesatzung wurde von keinem anderen Werk in der Region Sargans erreicht. Die Werke Magletsch (400 Mann) und Kastels (400 Mann) waren nur unwesentlich kleiner. Die Feuerkraft der beiden anderen genannten Werke kam aber nicht an die von Furkels heran.


An den vielen Schlüssel kann man erahnen wie gross die Festung ist!



Skizze der Festung Furkels

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Furkels




Das Werk

Wie bei den meisten Werken konnte ab dem Haupteingang mit dem Lastwagen ca. 60 m in das Werkinnere gefahren werden. Der recht schmale Stollen mündet in einen grossen Raum, wo unter anderem geschützt von der Aussenwelt der Güterumschlag der Lastwagen vorgenommen werden konnte. Damit der Lastwagen auch wieder wenden konnte, ist eine Drehscheibe in den Boden eingelassen, welche mit relativ wenig Muskelkraft gedreht werden kann. Diese Konstruktion ersparte das mühsame Heraussprengen von Fels um eine genügend grosse Kaverne für das Manövrieren zu erhalten. Bis in die 1990er Jahre wurde das Werk Furkels kontinuierlich an die neuen Bedrohungsformen angepasst. So wurden den neusten Erkenntnissen genügenden Drucktüren gegen die Schockwellen bei Explosionen und Gasschleusen gegen chemische Kampfstoffe eingebaut und bestehende verbessert.

Die beiden Etagen sind durch ca. 60 m Fels voneinander getrennt. Diese Höhe kann mittels eines Transportaufzuges oder der parallel zum Aufzug verlaufende Treppe überwunden werden. Beide Etagen sind durch Schrägstollen miteinander verbunden.


Aufstieg zu einer Kanone  (Es gibt Treppem bis zu 271 Stufen!)



Eingang zum Brennstoffreservoir



Maschinenraum



Die drei riesigen Sulzer-Dieselgeneratoren zur Stromerzeugung in der Festung Furggels mit Werkmeister René Julmy 






Werkstatt





Kragenspiegel der Festungstruppen




Scharte der 15-cm-Bunker-Kanone (15 cm Bunkerkanone 42/46)



Diese 15 cm-Kanone wurde speziell für die Festungstruppen entwickelt. Ohne Schartentopf wog das Geschütz 10,5 Tonnen. Das Rohr war 6,3 Meter lang und wog mit Verschluss und Mündungsbremse 3,75 Tonnen. Montiert wurde das Rohr auf eine Parallelhebel-Lafette mit einem seitlichen Richtbereich von +/- 30 Grad und einer Höhenverstellbarkeit von 0 bis +43 Grad. Die Schussgeschwindigkeit betrug beim Modell 42 je nach Elevation 1 bis 4 Schuss/Minute. Zur Bedienung waren 8 Mann erforderlich. Das Modell 42/46 erhielt eine halbautomatische Ladevorrichtung, was die Kadenz auf 6 Schuss/Minute erhöhte. Das Modell 46 hatte zudem einen vergrösserten Seitenrichtbereich von +/- 40 Grad.


Artillerie-Werk Furkels-Furggels mit Ladevorrichtung © Archiv Vsam



15 cm Bunkerkanone 42/46 zerlegt



Scharte der 15-cm-Bunker-Kanone (15 cm Bunkerkanone 42/46)



Munitionsmagazin



Munitionsmagazin in einem Artilleriewerk Geschosse nicht auf Paletten

Bild Quelle: Archiv Vsam



Magazin: Abteilung Wolldecken!



Offiziersunterkunft



Waschanlagen



Mannschaftsunterkünfte



Post



Telefonzentrale



Hicom-300 Telefonanlagenfamilie der Siemens AG



Kantine



Küche



Küche: Kochherde, Teigmaschine, Fleischschneidemaschinen, Lebensmittelmagazin, Bäckerei und viel Geschirr.



Küche



Offiziersmesse



Unteroffiziersmesse



                                                    Roland             Susi                 René



Die Infrastruktur des Werkes

Drei Munitionsmagazine für die vier 10,5-cm-Turmkanonen
Vier Munitionsmagazine für die vier 15-cm-Bunkerkanonen 
Eine Beobachtungskuppel
Eine 9-cm-Panzerabwehr-Kasematte mit Beobachtung
Zwei Kasematten mit einem leichten Maschinengewehr und einem Maschinengewehr
Eine Rettungsstation
Spital
Notspital beim Eingang Süd
Drei Entgiftungsstationen. Diese befinden sich bei den Eingängen „Betonbrücke“, Haupteingang und Eingang Süd.


Auf der ersten Etage waren zusätzlich:

Werkstatt
Telefonzentrale
Kompaniebüro
Filterraum
Maschinenraum
Wasserreservoir
Brennstoffreservoir
Mannschaftsunterkunft für die 15-cm-Bunkerkanonen
Schiessbüro für die 15-cm-Bunkerkanonen
Schiessbüro für die 10,5-cm-Turmkanonen

Auf der zweiten Etage waren zusätzlich:

Offiziersunterkunft
Unteroffiziersunterkunft
Zwei Mannschaftsunterkünfte
Kantine
Küche
Bäckerei
Lebensmittelmagazin
Totenkammer
Arrest
Waschküche