Ein Feuerschiff (Abkürzung FS) ist ein bemanntes oder unbemanntes, an einer bestimmten Position vor Anker liegendes mit einem Leuchtfeuer ähnlich einem Leuchtturm ausgestattetes Wasserfahrzeug, das als Navigationshilfe für die Seeschifffahrt dienen soll.
Für Foto-Show Bild unten anklicken!
Feuerschiffe gehörten ebenso wie Leuchtbojen und Leuchttürme zur Küstensignalisation für die Seeschiffahrt.
Feuerschiffe tragen zumeist eine rote Farbgebung und sind auf der Bordwand mit einer gut sichtbaren Bezeichnung für die Position versehen, zum Beispiel „Elbe 1“. Diese Schiffe liegen immer auf der gleichen Position (stationsfest) und sind auch im den Seekarten sowie elektronischen Navigationshilfen eingetragen. Der Name leitet sich von der typischerweise vorhandenen Befeuerung ab. Man unterscheidet heute zwischen den klassischen bemannten Feuerschiffen (FS) und den unbemannten Feuerschiffen (UFS).
Feuerschiffe dienten der Navigation und waren in einer festen Position auf See verankert. Sie hatten einen Feuerturm, der mit einer starken Lichtquelle, einer kräftigen Nebelsignalisation und einer Funkbake ausgestattet war. Feuerschiffe hatten eine auffallende Farbe und Form. Sie waren knallrot angestrichen und der Schiffsname war in weißen Buchstaben angebracht. Hohe Masten trugen die Antennen der Funkbake und des Feuerturms.
Der Name des Feuerschiffes bezog sich meistens auf die Untiefe, vor der es warnte. In anderen europäischen Ländern wurden Feuerschiffe zur Kennzeichnung von Hafeneinfahrten oder Flußmündungen eingesetzt. Die Position der Feuerschiffe wurde auf den Seekarten angegeben. Deswegen war es wichtig, daß die Feuerschiffe auf ihrem angegebenen Platz liegenblieben.
Feuerschiffe wurden mit sogenannten Schirm- oder Pilzankern festgemacht. Die Ankerposition wurde fortwährend durch Peilungen kontrolliert, die von zwei in unmittelbarer Nähe liegenden Tonnen, den sogenannten "Wachtonnen", ausgeführt wurden.
Die Hauptaufgabe der Besatzung eines Feuerschiffes war es, für die Wartung der Leuchtanlage und des Schiffes zu sorgen, sowie das Geben von Warnsignalen bei Sturm und Nebel. Außerdem mußte sie nach möglichen Schiffsunfällen Ausschau halten.
Zu den Nebenaufgaben gehörten: Das Ausführen von meteorologischen Beobachtungen und Strömungsuntersuchungen, das Messen der Wellenhöhe und die Kontrolle des Meerwassers auf Ölverschmutzungen.
Die Besatzungsmitglieder eines Leuchtschiffes blieben meist für einen Zeitraum von zwei Wochen an Bord, anschließend wurden sie abgelöst und verbrachten zwei Wochen zu Hause. Die von den Feuerschiffen ausgeführten Vogelbeobachtungen haben interessante Informationen über die Gewohnheiten der Zugvögel geliefert. Bei den weit draußen auf See liegenden Feuerschiffen geschah es häufig, daß große Schwärme von Zugvögeln durch das Licht angezogen wurden und sich auf Deck niederließen.
Langsam aber sicher wurden die Feuerschiffe durch unbemannte Feuerschiffe oder Navigationsbojen ersetzt; denn diese sind viel billiger in der Anschaffung, dem Unterhalt und der Wartung.
Unbemannte Feuerschiffe (UFS) Lightvessel G-B FS3
Das erste unbemannte Feuerschiff "FS 1" wurde am 08.08.1983 in Dienst gestellt und bewies ein ausgezeichnetes Seegangsverhalten als schwimmendes Seezeichen vor Anker. So sind baugleich die drei weiteren unbemannten Feuerschiffe "FS 2" (1986), "FS 3 (1986) und "FS 4" (1988) entstanden.
Feuerschiff Elbe 3 (Rufzeichen: DALE)
Das heutige Feuerschiff Elbe 3 (Rufzeichen: DALE) wurde 1888 als Leuchtschiff Weser auf der Werft von Johann Lange in Vegesack gebaut. Der erste Einsatz war auf Position Weser ab 1889. Von 1954 bis 1955 und 1956 bis 1966 machte das Schiff Dienst auf Position Bremen, und von 1966 bis 1977 auf Position Elbe 3. Elbe 3 war eine Feuerschiffsposition nordwestlich Cuxhavens und nordöstlich Neuwerk in einem der Hauptschifffahrtswege der Deutschen Bucht. Die Außerdienststellung war am 23. Mai 1977 in Cuxhaven.
Heute liegt das Schiff im Museumshafen Oevelgönne in Hamburg. Besichtigungen sind auf Anfrage möglich. Im Sommer werden Gästefahrten unternommen. Das Schiff gilt als ältestes fahrbereites Feuerschiff der Welt.
Feuerschiff Fehmarnbelt
Das Feuerschiff Fehmarnbelt wurde 1906-08 in Brake an der Weser gebaut und 1908 als Feuerschiff Außeneider in Dienst gestellt. Sie lag bis 1945 auf der Position Außeneider vor der Mündung der Eider in die Nordsee. In den Jahren von 1956 bis 1965 war sie Reservefeuerschiff in der Ostsee und dann von 1965 bis 1984 unter ihrem heutigen Schiffsnamen auf Position im Fehmarnbelt.
Heute gehört sie einem gemeinnützigen Verein und liegt seit Herbst 2009 im Winter am Behnkai in der Hansestadt Lübeck vor den Mediadocks. Das Schiff wird in fahrtüchtigem Zustand gehalten und macht im Sommer Ausfahrten, um alle Anlagen unter Seebedingungen zu testen; auch Besichtigungen an Bord sind möglich.
Feuerschiff Weser
Das Feuerschiff Weser ist ein ehemaliges Feuerschiff, das 1906 bis 1907 als Norderney I von der AG Weser in Bremen für das Tonnen- und Bakenamt gebaut wurde. Die Ablieferung erfolgte am 14. März 1907. Angetrieben wurde das Schiff zunächst von einer Dampfmaschine. 1952 bis 1954 wurde der Antrieb im Zuge einer Modernisierung des Schiffes auf Motorantrieb umgestellt, im Zuge dessen das Schiff mit einem 6-Zylinder MWM Dieselmotor mit einer Leistung von 228 kW ausgerüstet wurde.
Das Schiff war zunächst Reservefeuerschiff für andere Stationen in der Nordsee. Am 31. Oktober 1936 übernahm es die Station Elbe 1, nachdem das Feuerschiff Bürgermeister O’Swald auf der Station untergegangen war. Von 1939 bis 1945 lag das Schiff als Leuchtschiff H auf der Station Elbe 2, ab 1945 dann wieder auf der Station Elbe 1.