Als Zeitzeichensender wird ein spezieller Sender (Funkdienst) bezeichnet, der die aktuell gültige Zeit als Information in digitaler Form ausstrahlt. Mit geeigneten Uhrenanlagen bzw. Empfangseinrichtungen kann dieses Signal empfangen werden, so dass eine zuverlässige und automatische Einstellung der empfangenden Funkuhren erreicht wird.
Je nach Erfordernis kann ein Zeitdienst und sein Zeitzeichensender nur zu bestimmten Uhrzeiten – wie das russische Beta-System – in Betrieb sein, oder 24 Stunden täglich, wie der deutsche Langwellensender DCF77 oder der schweizerische HBG. Die meisten Zeitdienste senden eine fortlaufende Reihe von kodierten „Sekundenpunkten“, die zur Sekunde 0 (bzw. 59) eine Minutenkennung aufweisen. Auch weitere Informationen können kodiert sein, wie Stunde, Datum, Wochentag oder die Zeitkorrektur dUT1.
DCF77 (Zeitzeichensender) Deutschland
DCF77 ist ein Langwellensender, der die meisten funkgesteuerten Uhren im westlichen Europa mit der genauen Uhrzeit versorgt. Die Bezeichnung DCF77 ist das dem Sender zur internationalen Identifikation zugewiesene Rufzeichen.
Der Sender steht in Mainflingen bei Frankfurt am Main in Deutschland und arbeitet auf der Frequenz 77,5 kHz mit einer Leistung von 50 kW.
Seit dem 22. November 2006 werden über den Sender DCF77 und über HBG in den Sekundenmarken 1 bis 14 neben Katastrophenmeldungen auch Wetterdaten übertragen. Entsprechend ausgerüstete Funkuhren sind damit in der Lage, für 60 Regionen in Europa eine viertägige Wettervorhersage anzuzeigen. Die Wetterdaten werden von der Schweizer Firma Meteo Time GmbH bereitgestellt. Sie werden in dem proprietären Meteo Time Protokoll übertragen, für dessen Entschlüsselung eine Lizenz benötigt wird.
Da die vorher für die PTB reservierten Sekundenmarken 1 bis 14 verwendet werden, sollten ältere Funkuhren von dem Wettersignal nicht beeinträchtigt werden. Teilweise waren jedoch einige Bahnhofsuhren und Uhren auf öffentlichen Plätzen mit veralteten Dekodiereinheiten ausgestattet, sodass diese Uhren nach einiger Zeit stehen blieben.
Eine etwas andere Funkwetterstation
Wer von einer "Funkwetterstation" spricht, erwartet meist, dass die Außensensoren (z.B. Temperatur, Wind, Niederschlag) ihre Werte per Funk an das Basisgerät übertragen. Bisher wurde der Begriff jedenfalls stets so verwendet.
Bei der Mete-On 1 sieht es anders aus:
Sie bringt keine eigenen Sensoren mit, kann also nicht vor Ort messen. Stattdessen gehört sie zu einer Generation neuer Stationen, welche die professionell erstellten Vorhersagen eines privaten Wetterdienstes empfangen können.
Höchste Empfangsqualität der Wetterdaten in allen 90 Wetterregionen dank 2 hochempfindlichen, versetzten Antennen mit 4 Empfängern für den Empfang des Schweizer HBG und Deutschen DCF Signals mit automatischer Wahl der optimalen Variante.
Wetterprognosen erstellt von METEOTEST Bern, Schweiz
Der Zeitzeichensender HBG ist ein Zeitübertragungsdienst des Bundesamtes für Metrologie (METAS) in der Schweiz. Dieser Langwellensender strahlt die gesetzliche schweizerische Zeit (Mitteleuropäische Zeit MEZ bzw. Mitteleuropäische Sommerzeit MESZ) aus und wird zur Synchronisation von Funkuhren verwendet.
Das Format (HBG-Code) der ausgestrahlten Zeitzeichen ist seit 1. Januar 2001 kompatibel mit dem deutschen Zeitzeichensender DCF77. Zuvor waren geringfügige Unterschiede wie die Sekunde 59 vorhanden. Die käuflichen Empfangsmodule waren meist in der Lage, sowohl den alten wie den neuen Code zu decodieren.
Der Name HBG ist das Rufzeichen des Senders.
Seit 1966 verbreitet der 75-kHz-Langwellensender HBG in Prangins/VD auf 75 kHz offizielle, auf die koordinierte Weltzeit abgestimmte Zeitzeichen. Als verantwortliche Stelle für die Realisierung und Verbreitung der Zeitskala in der Schweiz betreibt METAS seit dem 1. Juni 2000 die Sendeanlage in Prangins.Nebst den Sekundenpulsen werden auch kodierte Angaben über die Tageszeit und das Datum ausgesandt. Die exakt mit einer Atomuhr synchronisierte Trägerfrequenz von 75 kHz sowie die Zeitmarken können für die Steuerung von Frequenznormalen und für technische Zeitsteuerungen verwendet werden. Der Sender arbeitet im 24-h-Betrieb. Die Zeitzeichen stehen gratis zur Verfügung und können von allen genutzt werden.
MSF (Zeitzeichensender) in Anthorn England
MSF ist das Rufzeichen des auf der Frequenz 60 kHz (Langwelle) arbeitenden britischen Zeitzeichensenders.
Das Signal von MSF wird vom Sender in Anthorn, Grafschaft Cumbria (England) ausgestrahlt und kann wie das Signal von DCF77 zur Steuerung von Funkuhren verwendet werden. Von seiner ersten Verwendung im Jahr 1950 bis zum 1. April 2007 wurde das Rufzeichen vom Sender Rugby, in der Nähe des gleichnamigen Ortes (Rugby) ausgestrahlt.
Auf Lang-Mittel und Kurzwelle tummeln sich auf markanten Frequenzen eine Menge Zeitzeichen- und Normalfrequenzsender. Solche Stationen strahlen zu jeder vollen Sekunde einen kurzen Ton aus, meist in SSB. Die volle Minuten wird mit einem langen Ton markiert. Daneben existieren auch weitere Übertragungsformate für beispielsweise die Datuminformation und Ausbreitungsprognosen.
Zeitzeichensender beziehen sowohl die von ihnen ausgestrahlte Zeitinformation, als auch die Sendefrequenz vom Signal einer Atomuhr. Daher dienen Zeitzeichensender auch zugleich als Normalfrequenzsender.
Sendername
Ort
Frequenz in Khz
Mod.
Diverses
RWM
Moskau
4996
Zeitzeichensender
RWM
Moskau
9996
Zeitzeichensender
RWM
Moskau
14996
Zeitzeichensender
WWVH
Hawaii
2500
Zeitzeichensender
WWVH
Hawaii
5000
Zeitzeichensender
WWVH
Hawaii
15000
Zeitzeichensender
WWVH
Hawaii
20000
Zeitzeichensender
HBG *
Schweiz
75
USB
Sendet noch bis 2011
DCF77 *
Deutschland
77,5
LSB
Zeitzeichensender
MSF *
England
60
Zeitzeichensender
WWVB
USA
60
Zeitzeichensender
WWV
USA Fort Colling
15000
USB
Zeitzeichensender
Mit * sind gut in der schweiz empfangbar!
Manche Zeitzeichensender erkennt man gar nicht als solche. So überträgt beispielsweise der französische Rundfunk France Inter über den Sender Allouis Zeitzeichen auf 162 kHz. Diese werden mittels AMDS für den Hörer nicht wahrnehmbar übertragen.
Als Normalfrequenzsender hingegen fungiert der Deutschlandfunk-Sender Donebach auf 153 kHz. Seine Sendefrequenz wird ebenfalls von einem Frequenznormal abgeleitet.